Samstag, 22. November 2003, 19:00 Uhr

Johnniskirch Witten

Gabriel Fauré

Requiem

in der Fassung für Solostimmen, Chor und Orgel

F. Mendelssohn-Bartholdy - Hymne "Hör mein Bitten“ für Sopran und Orgel

Franz Liszt - Variationen für Orgel über "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ von J. S. Bach

 

Christiane Zywietz-Godland - Sopran

Thomas Herberich - Bass

Marcus Strümpe - Orgel

Kantatenchor Gevelsberg

Wittener Bach-Chor

Leitung: Gerhardt Marquardt

 

Eintritt: Vorverkauf 9,- Euro (6,- Euro); Abendkasse 10,- Euro (7,- Euro)

Vorverkauf: Buchhandlung Krüger, Bahnhofstr. 3; Buchhandlung Lehmkul, Marktstr. 5; Bundes-Verlag, Bodenborn 43

Telefonische Kartenreservierung: (02302) 32447, Fischer

e-mail: info@wittener-bachchor.de

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Die Solisten

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Christiane Zywietz-Godland (Sopran) hatte bereits mit 7 Jahren erste solistische Gesangsauftritte.

Sie studierte Gesang bei Prof. Edmund Illerhaus, Prof. Maria Friesenhausen und Mechtild Georg. Die Studien schloß sie in Gesang, Klavier und anderen Fächern mit Auszeichnung ab. Darüberhinaus weist ihre Ausbildung auch Studienabschlüsse in den Fächern Schulmusik, Musikwissenschaft, Anglistik und Chorleitung in Essen und Köln auf.

Christiane Zywietz-Godland nahm aktiv an zahlreichen internationalen Dirigier- und Stimmbildungskursen teil, ist selbst Dozentin bei zahlreichen Seminaren dieser Art und leitet zusammen mit ihrem Mann den Landesjugendchor NRW.

Sie wirkte bei verschiedenen Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenaufnahmen mit und ist inzwischen auch als Moderatorin tätig. Ihre vielseitige solistische Tätigkeit auch in Verbindung mit verschiedenen Instrumental- und Solistenensembles führte die Künstlerin auf Konzertreisen durch Europa, in die USA, nach Südamerika und Israel.

Christiane Zywietz-Godland ist in zahlreichen Oratorienkonzerten in vielen Städten des Landes zu hören, wirkt bei Opernprodukionen mit, veranstaltet zahlreiche Liederabende zusammen mit ihrem Mann, dem Liedbegleiter Hermann Godland und führt im Bereich der alten Musik viele Konzerte mit verschiedenen Instrumentalensembles durch. In Zusammenarbeit mit dem Bochumer Gambenensemble entstand eine CD-Aufnahme mit englischen Kompositionen der Renaissance. Im Bereich der Neuen Musik war sie u. a. bei Uraufführungen von Kompositionen von Baur, Schroeder, Rihm, Henze und Nono beteiligt. Einige Werke waren ihr sogar gewidmet.

Christiane Zywietz-Godland hat einen Lehrauftrag für Gesang im Studienbereich Musikpädagogik an der Universität GHS Essen.

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Thomas Herberich, aus Bad Dürkheim stammender Baß-Bariton, studierte nach ersten Privatstunden bei Brigitta Seidler-Winkler von 1984 - 1988 an der Kölner Musikhochschule bei Franz Müller-Heuser, Edda Moser, Michael Hampe und Florian Leiprecht.

Neben einer lebhaften solistischen Konzerttätigkeit im Oratorienfach, wo ihn Konzertreisen u. a. nach Kanada, Israel und Japan sowie nahezu alle europäischen Staaten führten, widmet er sich intensiv dem Liedgesang, dort insbesondere den Werken Franz Schuberts und Hugo Wolfs.

In den letzten Jahren entstanden diverse Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen (u. a. mit dem Kammerchor Stuttgart, dem Frankfurter Vokalensemble und der "Heinrich-Schütz-Akademie" Bad Köstritz).

Seit 1988 lebt Thomas Herberich als freischaffender Sänger in seiner Heimatstadt Bad Dürkheim.

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Marcus Strümpe wurde 1967 in Herborn geboren. Ab 1988 studierte er evangelische Kirchenmusik an der Folkwang-Hochschule Essen (Orgel bei Prof. Gerd Zacher, Chorleitung bei Prof. Ralf Otto).

Von 1990 bis 1993 Assistenztätigkeit bei Prof. Ralf Otto auf dem Gebiet Einstudierung und Organisation. 1993 legte er das A-Examen ab. Kurse bei Harald Vogel, Ewald Kooiman, Jon Laukvik und Michael Radulescu schlossen sich an. Ab April 1994 absolvierte er ein Orgel-Aufbaustudium bei Prof. Christoph Bossert an der Musikhochschule Trossingen.

1994 kam Marcus Strümpe als Kantor und Organist an die Pauluskirche Duisburg. Seit 1996 ist er außerdem Dirigent des "Musikverein Homberg", zusätzlich betreut er derzeit übergangsweise den städtischen "Konzertchor Duisburg".

Marcus Strümpe war als Organist in bedeutenden Kirchen Deutschlands zu Gast, u.a. Stiftskirche Stuttgart, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin, Dom zu Erfurt, Erlöserkirche Bad Homburg usw. Mit seinen Chören erabeitet er neben dem Kernrepertoire auch zunehmend chorsymphonische Werke der Romantik und frühen Moderne sowie weltliche Literatur.

Gabriel Fauré
gilt heute, mit seinem jüngeren Zeitgenossen Debussy und mit seinem Schüler Ravel, als einer der drei bedeutendsten Vertreter der neueren französischen Schule. Sein 1888 entstandenes Requiem bildet den Schwerpunkt dieses Konzertes. Es ist nicht nur sein populärstes Werk, sondern inzwischen auch eines der am häufigsten aufgeführten dieser Gattung.
Fauré verwendet einen frei aus der lateinischen Totenmesse und der Begräbnisliturgie zusammengesetzten Text. Die zentrale Aussage des Werkes findet sich in den Worten "Requiem aeternam“ und "Dona eis requiem“, die in fünf von sieben Sätzen immer wiederkehren und im musikalischen Satz plastisch hervorgehoben sind. Die schlichten Motive und langgezogenen Melodien vermitteln durchgängig eine tiefe, geradezu "gregorianische“ Ruhe und Andacht.
Für seine Zeit völlig ungewöhnlich, vertonte er die "Dies irae“_Sequenz nicht bzw. nur deren letzte Zeile, das "Pie Jesu Domine“. Das Ungewöhnliche lag besonders darin, dass kaum ein Komponist seiner Zeit sich die Möglichkeit hätte entgehen lassen, die Schrecken des Dies irae, am "Tag des Zorns“, mit allen ihm zur Verfügung stehenden musikdramatischen Mitteln nachzuzeichnen. Fauré stellt stattdessen die Aussicht auf das himmlische Elysium in den Mittelpunkt und übernimmt hierfür die Antiphon "In paradisum“ und das Responsorium "Libera me“ aus dem Totenamt.
"So sehe ich den Tod:“, sagte Fauré 1902 über sein Requiem, "als eine freudvolle Erlösung, eine Erwartung von Glückseligkeit jenseits des Grabes, nicht als eine schmerzvolle Erfahrung.“ (L. Aguettant 1982)
 
Ergänzt wird das Programm durch die Hymne für Sopran, gemischten Chor und Orgel "Hör mein Bitten“ sowie durch Geistliche Gesänge für Solostimmen und Orgel von Joseph Rheinberger, Hugo Wolf und Max Reger.
 
Einen weiteren Akzent im Programm setzt ein eindrucksvolles Orgelwerk von Franz Liszt: Variationen über den Basso continuo des ersten Satzes der Kantate "Weinen, Klagen ...“ von J. S. Bach.
Das 1859 für Klavier komponierte "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“-Preludium kann als erste Fassung des Werkes betrachtet werden. Im Jahre 1862, knapp nach dem Tode seiner Tochter Blandine, bearbeitete Liszt die Variationen "Weinen, Klagen“ für Klavier und im Jahre 1863 diese Fassung für Orgel.
Die auf zwei verwandte, von Bach stammende Themen aufgebaute Variationsreihe, ist eigentlich eine aus Variationsgruppen bestehende große Phantasie, in der am Höhepunkt des Leides, des Weinens, der Klage, der Erbitterung und der bis aufs Äußerste gesteigerten Verzweiflung, ein Choral, der Träger des Ideengehaltes des Werkes, ertönt: "Was Gott tut, ist wohl getan.“